Der Gründer des Münchner Erfinderclubs „Pionier“ ist kein Tüftler. Alexander Pustovar ist Wissenschaftler: In seiner früheren Heimatstadt Charkow, „dem Gehirn der Ukraine“, arbeitete der heute 79-Jährige zunächst als praktischer Arzt, dann als Veterinär und Mikrobiologe an der Universität, wo er Impfstoffe entwickelte.

Doch das Hochschulklima erdrückte ihn, Pustovar wollte nach Deutschland. Wie aber einen Job finden in einem Land, dessen Sprache man nicht spricht? Pustovar war hochgebildet, idealistisch, engagiert – und tat sich in München dennoch schwer, Arbeit zu finden.

Wie ihm erging es vielen Forschern in der bayerischen Landeshauptstadt. Verschwendetes Potenzial, fand der Professor.

2004 gründete er deshalb den Erfinderclub. Mitglieder des Vereins „Pionier“ haben schon brennstoffsparende Schiffsschrauben entwickelt, leistungsfähige Verbrennungsmotoren, eine mobile Windkraftanlage und einen Antrieb für Raketen, mit dem man Pustovar zufolge „dreimal schneller zum Mars flie-
gen könnte, als es die NASA berechnet hat“. Diesen Raumschiff-Generator könnte man seiner Ansicht nach außerdem auch einsetzen, um die Energiekapazität von Kraftwerken zu erhöhen.

Mehr als hundert Erfindungen wurden von kreativen Querdenkern des Münchner Erfinderclubs schon als Patente angemeldet. Doch die Vermarktung kostet Geld, das der Verein nicht hat. Anfangs wurde der Club noch vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützt und gewann bei der Erfindermesse in Nürnberg zahlreiche Medaillen. Aber 2011 lief diese Anschubfinanzierung aus.

Jetzt sucht der Verein Paten wie BMW, Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter oder
Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder, die helfen sollen, neue Erfindungen publik zu machen. „Wir haben Köpfe, wir haben Ideen, wir wollen Gutes für München und Bayern tun“, sagt Pustovar. „Aber wir brauchen auch die Chance dazu.“